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Geschichte der Region Atacama (Chile) H. Burmeister: Reise von Pabellón nach Copiapó |
Museo
Virtual W.Griem (2004) deutsch / español |
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Hermann Burmeister um1859/60 Eisenbahnfahrt von Pabellon nach Copiapó ....welche das kleine Dorf Potrero Seco
ausmachen. Zwischen seinen Wohnstätten neben Kleefeldern hinfahrend,
erreicht man zum letzten Mal eine sehr öde, kahle, aller Vegetation beraubte
Strecke des Tales, und dort liegt mitten auf der kahlen Ebene zwischen hohen
grauen Felswänden die Station Pabellon, der Anfang der Eisenbahn nach
Copiapó, gegenwärtig schon ein ganz ansehnlicher Ort mit geraden Straßen
und mehreren recht guten Gebäuden, unter denen sich ein großer, ganz nach
europäischem Muster gehaltener Gasthof vorteilhaft auszeichnete. ... ...Im Westen mündet eine ähnliche, aber engere Schlucht, die aus Süden kommt, in das Haupttal, und sie führt auch schon ihre Eisenbahn; es ist die Quebrada de Chañarcillo, die berühmteste und ergiebigste Silberquelle des Landes, die Fundgrube der Reichtümer, durch welche Copiapó in so kurzer Zeit sich gehoben hat. Ich stand mit Bewunderung neben den Eisenbahnschienen, welche, im Bogen durch die Ebene geführt, der Station zubiegen und aus der engen, absolut kahlen, schwarz-grauen, düsteren Schlucht wie aus einem Höllenschlunde hervorkommen. Geräusch der herabrollenden, von ihrem eigenen Gewicht langsam fortgeführten Erzwagen umgab mich, der einzige Ton, den man vernahm in dieser Öde..... Den 29. März fuhr ich also mit dem Dampfwagen
von Pabellon nach Copiapó. Man zahlt für die 10 Leguas (42 km) lange Strecke
2 Pesos in der ersten und 1 Peso in der zweiten Klasse, außerdem für jedes
Bagagekolli mittlerer Größe 3 Real (12 Groschen). Als ich am frühen Morgen
das Fenster meines Schlafzimmers öffnete, fand ich das Tal von Pabellon zwar
nebelfrei, aber unterhalb lagerten im Tal dichte Nebelwolken, welche die
Aussicht talabwärts verdeckten. Erst nachdem wir eine Strecke von etwa 1
Legua (4,2 km) gefahren waren, gerieten wir in die Nebel und verloren damit
alle Aussicht selbst auf die allernächsten Umgebungen (1).
Pabellon leidet noch völlig an der Regenlosigkeit des oberen Flusstales. Sein
Himmel ist gleich dem von Juntas und allen höher gelegenen Orten ewig rein
und klar; Wolken sieht man nur in der Ferne, gen Westen, wo die Dünste des
nahen Meeres aufsteigen (2). Ankunft In Copiapó
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BURMEISTER befährt hier einen Streckenabschnitt der 1855 eröffnet wurde und bis nach Chañarcillo weiterreichte. Sehr interessant ist die Tatsache, das Burmeister nichts von dem Streckenverlauf bis Los Loros oder San Antonio erwähnt. Im allgemeinen wird beschrieben, dass die gesamte Strecke im Jahre 1855 fertig gestellt wurde - der Abschnitt Pabellón-Chañarcillo um 1858. Am Anfang beschreibt er einen von hier kommenden Zug. Möglicherweise erfolgte die Inbetriebnahme der vollständigen Strecke doch später oder Burmeister hat die Strecke nach San Antonio schlicht übersehen.
1) Dieser von BURMEISTER beschriebene dichte Nebel im Copiapó-Tal - gerade im Bereich Pabellón - Nantoco ist recht normal und kann tatsächlich ausgesprochen "undurchdringlich" sein. 2) Die aktuellen statistischen Daten sprechen eher für eine Zunahme der Niederschlagsmengen in höher gelegenen Bereichen der Region Atacama. (siehe Klima Seiten >>>) Außerdem waren die Jahre ab 1860 nicht gerade trocken. Aber sicherlich hat es ende März noch nicht geregnet. 3) Die Strecke führte auf der heutigen Straße "Los Carreras" ins Zentrum. Auf der Plaza (vor der heutigen Post, bei SERNATUR) war ein kleiner Haltepunkt. 4) BURMEISTER beschreibt die Alameda, welche zu dieser Zeit zum sonntäglichen flanieren einlud, und sicherlich ein kulturell-gesellschaftliches Zentrum von Copiapó darstellte.
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Inhalt:
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| BURMEISTER, H.
(1875): Die Süd-Amerikanischen Republiken Argentinien,
Chile, Paraguay und Uruguay nach dem Stande der geographischen Kenntnis in
1875 nach Originalen und offiziellen Quellen karthographisch dargestellt von
A.Petermann. Der Text wurde digitalisiert, in ASCII umgewandelt, bearbeitet, und teilweise der aktuellen Rechtschreibung angepasst von Dr. Wolfgang Griem. |
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(*Publiziert in 2004 / 2007)