| GeoVirtual | Geschichte
der Region Atacama (Chile) Paul Treutler Eisenbahnunfall um 1853 |
Museo Virtual W.Griem (2004) deutsch / español |
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Originaltext aus: Fünfzehn Jahre in Südamerika an de Ufern des Stillen Ozeans. - 3 Bd., Seite 122/123; Weltpostverlag, Leipzig. Von Paul Treutler
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Eisenbahnunfall Eine etwas unwahrscheinliche Beschreibung eines Eisenbahnunfalls durch Treutler auf der Strecke von Copiapó nach Caldera in der Region Atacama. Treutler beschreibt hier einen Eisenbahnunfall etwa um den 18. September 1853 auf der Strecke Copiapó - Caldera. Leider müssen die Beschreibungen von Treutler immer mit einem gewissen Misstrauen ausgewertet werden. Oftmals ist die Phantasie näher als die Wirklichkeit. Im Fall des Eisenbahnunglücks muss gesagt werden, dass der Grund: "Ein mit schweren Bausteinen beladener Wagen war nämlich durch de Wind auf der geneigten Bahn ,... vom Bahnhof in Copiapó fortgetrieben worden" als recht unwahrscheinlich eingestuft werden muss. Weder die Neigung ist sehr groß, der Wind kommt fast immer aus der Küstenrichtung. Im Aktionärsbericht aus dem Jahre 1882 (welcher rückblickend die Zeit von 1850 bis 1881 bewertet) wird dieser Unfall nicht erwähnt. |
Inhalt:
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...Leider ereignete sich am Schluss [der Feierlichkeiten zu dem Nationalfeiertag] aber ein schreckliches Unglück, welches auch mir leicht mein Leben hätte kosten können. Ich hatte mich nämlich auf der Bahn nach dem Hafen von Caldera begeben, um einige Freunde, die von Valparaiso zu mir zu Besuch kamen, vom Dampfer abzuholen. Als der Zug beinahe die Hälfte des Weges zurückgelegt hatte und mit größter Geschwindigkeit auf der nach dem Hafen zu geneigten Bahn dahin brauste, höhrte man plötzlich ein donnerähnliches Geräusch, dem sofort ein so furchtbarer Stoss folgte, dass nämlich Passagiere theils gegen einander, theils gegen die Wände geschleudert, mehrere sofort getötet, viele schwer, andere leicht verwundet wurden. Dem so starken Stoß folgten sofort soviel andere, als sich Wagen hinter uns befanden. – Ein furchtbares Geschrei erscholl vorerst, welchem das Hülferufen Verwundeter und das Aechzen Sterbender folgte. Ein mit schweren Bausteinen beladener Wagen war nämlich durch de Wind auf der geneigten Bahn , ohne dass Jemand bemerkt hatte, vom Bahnhof in Copiapó fortgetrieben worden und infolge Steigung des terreins auf den Schienen stehen geblieben. Der Locomotivführer hatte ihn einer Curve wegen nicht bemerkten können und so war unserer Zug auf diesen Wagen gestoßen. Die Locomotive und die ersten hinter ihr folgenden Personenwagen waren total zertrümmert und aus den Schienen geworfen; der übrige Theil des Zuges stand still. Die in den ersten Wagen befindlichen Personen waren schrecklich verstümmelt; in dem meinigen war die vordere Wand eingestossen wordenund hatte die zunächst Sitzenden schwer verwundet; ich selbst wurde gegen den Sitz geschleudert und kam mit starken Contusionen davon.
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Beschreibung der Strecke
Caldera - Copiapó |
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© Dr. Wolfgang Griem, Kontakt, Mail
(*Publiziert
am 3.12.2004)
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