Eisenbahnen in
Atacama
(Chile)

Strecke Pabellón - Chañarcillo (Juan Godoy)

Historische Einführung

Museo virtual
W.Griem  (2006)

 deutsch /  español

Diese Strecke erlaubte einen direkten Zugang zu den wichtigen Silberminen von Chañarcillo. Die schon in den Jahren 1854/55 fertig gestellte Strecke von Copiapó nach Pabellón vereinfachte natürlich enorm den Bau einer durchgehenden Linie von Caldera dem Hafen zu den Silberminen von Chañarcillo. Aus heutiger Sicht scheint die Streckenführung ein bisschen umständlich gewählt worden zu sein:  Technisch sollte die Alternative über den Llano de Jaula (wo heute die Pan Americana und die Eisenbahnstrecke Vallenar - Copiapó herführt) etwas einfacher zu bewerkstelligen sein, aber es sollte in betracht gezogen werden, dass damals die Wasserversorgung ein sehr wichtiger Punkt in der Streckenführung bedeutete. Also wurden die Strecken soweit wie möglich an den natürlichen Wasservorkommen orientiert. So gab es fast keine Alternative den morphologisch etwas schwierigen Weg über Molle und Pabellón zu wählen.
Die Streckenführung "Molle Alto" und "Molle Bajo" bedeutete die Überwindung eines kleinen Passes von 1364 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Deshalb musste die Strecke in 23 Kilometer Länge etwa 676 Meter ansteigen. Die Anzahl der Dämme, engen Kurven und Einschnitte zeigt, dass die Planung und Konstruktion doch nicht so einfach war wie angenommen. Schließlich konnte die Strecke ihre Aufgabe erfüllen. Jedes Jahr wurden etwa 1.500 Tonnen Silber aus Chañarcillo mit der Bahn abtransportiert. Außerdem konnte ein einfacherer Warentransport nach Juan Godoy (dem Ort an der Silbermine) erfolgen: 1881 wurden so nach Chañarcillo 2.200 Tonnen verschiedene Produkte transportiert. Im Jahre 1894 konnte eine starke Verminderung der Transportmenge beobachtet werden, nur noch 1.200 Tonnen. Auch der Personentransport spielte eine beachtliche Rolle. So wurden im Jahre  1881 etwa 5600 Personen auf der Strecke befördert (Die Station Juan Godoy lag damit auf dem 5. Platz). Es sollte noch angemerkt werden, dass in diesem Jahre die Silberreserven deutlich zurückgingen, und die Bergbauaktivitäten langsam abnahmen.

Eisenbahnstrecke von Copiapó nach Chañarcillo - Bahneinschnitt bei Molle
Einschnitt in Molle Alto - Foto K4270 (W.Griem, 2005) groß

Zusammenfassung:

Konstruktion: 1857/58 als Pferdebetriebene Eisenbahn konzipiert und konstruiert von
Jorje K. Stevenson,  Eduardo Flint (Ingenieur)
Kosten: Mehr als 1.000.000.- de Pesos mit Maschinen und Zubehör


Technische Daten
Länge ab der Abzweigung in Pabellón: 40,1 km
Länge der Nebengleise: 2,89 km
Länge der Strecke in Total: 42,9 km
1265 Schwellen pro Kilometer
Stärkste Steigung: 5,20 %
18% der Strecke sind Kurven
Kleinster Kurvenradius: 150 m

1858: Versuche mit Dampflokomotiven
1860: Verkehr mit Dampflokomotiven
1868: Kauf der Strecke und Maschinen durch die "Compañía de Ferro-Carril de Copiapó"

alte Nägel

 

km Höhe Sektor / Station  
0 688 m Pabellón  
1,5   Potrero Seco Zwischen Molle und Potrero Seco
23 1364 m Molle  
38   Pajonales  
42 874 m Juan Godoy (Chañarcillo)  

© Dr. Wolfgang Griem (2005) Museo Virtual; FFCC Pabellón-Juan Godoy

Inhaltsverzeichnis: Touristischer Rundgang
Eisenbahn in Atacama
Inhalt
Strecken / Einführung
Inhalt der Strecken
Liste aller Strecken

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Chañarcillo Bahn
Pabellón
vor Molle
Molle
Pajonales
Juan Godoi

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Historisches Streckennetz
Bahnhof Copiapó

Beschreibung einer Eisenbahnfart um 1852 (P. Treutler)
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Strecken

Intro Sektor Copiapó
Intro Caldera-Copiapó
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Andere Themen
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Inhalt der Strecken
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Strecke Chañarcillo - Pabellón


Geschichte:  
Auszug aus dem für die Aktionäre angefertigtem Operationsbericht:

Am 10 November 1868 wurde die Eisenbahnstrecke Pabellón Chañarcillo gekauft, welche einer englischen Firma gehörte und nun mit der Hauptlinie etwa 1 1/2 Kilometer oberhalb von Pabellón verbunden wurde. Die Strecke ist 42 Kilometer (26 Meilen) lang und kostete nur  $ 145,762.50  inklusive Stationen, Maschinen und Zinsen.

Die Strecke nach Chañarcillo zweigt bei Kilometer 119,6 vom Copiapo Tale ab, in süd-westlicher Richtung und nimmt danach einen nach Süden gerichteten Verlauf, um in ein trockenes Tal zu biegen und steigt in engen sich wiederholenden und rückläufigen Kurven empor, bis an die Passhöhe "Molle" genannt nach 23 Kilometern vn Pabellón anlangt. Die Höhe beträgt hier 1.364 Meter über dem Meeresspiegel. Von hier aus verläuft die Strecke in südliche Richtung stark an Höhe verlierend. Danach schwenkt sie nach Westen, auch noch in vielen Kurven und starker Neigung. Nun gelangt die Strecke an den Grund einer anderen trockenen Quebrada um nach Pajonales zu gelangen, in 83 Kilometer Entfernung von Pabellón und 761 Meter Höhe über dem Meer. Von hier aus zieht die Strecke weiter in nördliche Richtung, wieder ansteigend zum Bahnhof "Juan Godoi", welcher in 159,60 Kilometer Entfernung von Caldera liegt und 876 m Höhe über dem Meer.

Diese Sektion der Strecke besitzt eine große Anzahl von Geländeeinschnitten, Rampen und Dämmen, schnelle Kurven und starke Steigungswinkel. Nur 42 1/2 % der Gesamtlänge sind gerade Streckenabschnitte, 18 % sind Kurven mit Radien zwischen 150 und 300 Metern, nur ein sehr kleiner Teil der Strecke ist horizontal während die größte Streckenneigung 5,20% oder 1 zu 19 beträgt.

Diese Strecke wurde von einer englischen Firma im Jahre 1857 und 1858 erbaut, als pferdebetriebene Eisenbahn. Am 8 Dezember 1858 wurde ein Versuch mit Dampflokomotiven von selbiger Firma gestartet und zwei Jahre später der reguläre Betrieb mit Dampfloks aufgenommen. Der Bau der Strecke und ihr rollendes Material kostete über eine Million Pesos.


Aus: Aktionärsbericht der
Compañía de Ferro Carril de Copiapó (1882): INFORME DE LAS OPERACIONES DEL AÑO 1881 Y MEMORIA de los 30 AÑOS 1852-1881, p. 17-18, p. 23-25 (Museo Regional de Atacama)



...Der Bau der Bahn (Copiapó-Bahn (W.G.)) wurde im Jahre 1850 auf die Initiative William Wheelwright's von dem nordamerikanischen Ingenieur Allan Campbell im Hafen von Caldera begonnen und im December 1851 bis Copiapó vollendet. Zwei Jahre später erwarb die Gesellschaft die inzwischen von einer englischen Compagnie erbaute Bahn nach Chañarcillo...

vollständiger Textausschnitt
Hugo Kunz (1890): Chile und die deutschen Kolonien
Colección del Museo Regional de Copiapó

Scherbe am alten Bahnhof Molle


Generelle Zahlen


Länge von Chañarcillo bis zur Abzweigung: 40,01 km

Länge der Nebengleise: 2,89 km

Größte Steigung zwischen Pabellón und Chañarcillo: 1 zu 19 = 5,20%

1265 Schwellen pro Kilometer.

Die Strecke nach Chañarcillo besitzt fünf Brücken aus Holz mit einer Breite von 2,5m, sie wurden letztes Jahr erbaut.

Aus dem Operationsbericht der:  Compañía de Ferro Carril de Copiapó (1882): INFORME DE LAS OPERACIONES DEL AÑO 1881 Y MEMORIA de los 30 AÑOS 1852-1881, p. 17-18, p. 23-25 (Museo Regional de Atacama)



Zugfrequenz nach dem aktuellen Fahrplan (1881)

"Mixto" (Personen und Güterbeförderung) von Copiapó in das Landesinnere, an zwei Wochentagen nach San Antonio, an drei Wochentagen nach Chañarcillo und an zwei Tagen in der Woche nach Puquios.
 

Die Linie nach Chañarcillo wurde für die "Compañia Inglesa" von Herrn Jorje K. Stevenson als ausführendes Subunternehmen erbaut, unter der Oberaufsicht von dem Ingenieur Herrn Flint.

Aus dem Operationsbericht: Compañía de Ferro Carril de Copiapó (1882): INFORME DE LAS OPERACIONES DEL AÑO 1881 Y MEMORIA de los 30 AÑOS 1852-1881 p. 42-43 (Museo Regional de Atacama)



Unfälle und Betriebsunterbrechungen:


Ein starker Regenfall am 13 März beschädigte den Streckenabschnitt zwischen Molle und Chañarcillo. In einer Woche wurde der Schaden behoben mit einem Kostenaufwand von $ 600. Um solchen Beschädigungen Vorzubeugen, wurden im gesamten Streckenabschnitt 6 kleine  Holzbrücken erbaut  und es wurden weitere Vorsichtsmassnahmen getroffen dass solche Schäden nicht noch einmal auftreten können, oder stark vermindert werden.

Aus dem Operationsbericht: Compañía de Ferro Carril de Copiapó (1882): INFORME DE LAS OPERACIONES DEL AÑO 1881 Y MEMORIA de los 30 AÑOS 1852-1881 p. 23-25 (Museo Regional de Atacama)


Hangrutsche (20.7.1894): bei Kilometer 125 und 145 auf der Strecke nach Chañarcillo beschädigten die Strecke, konnten aber sofort wieder behoben werden ohne den Verkehr zu beeinträchtigen.

Am 12 August (1894) kam es wieder zu schweren Regenfällen, es wurden einige Teile der Strecke nach Chañarcillo untergraben, konnte aber repariert werden, ohne den Verkehr zu beeinträchtigen.

Aus dem Operationsbericht: Compañía de Ferro Carril de Copiapó (1895): INFORME DE LAS OPERACIONES DEL AÑO 1894 p. 20-21 (Museo Regional de Atacama)

Seit der Zeit des Ankaufes der Strecke nach Chañarcillo existieren die Reste einer in einem Unfall verunglückten Lokomotive (der Klasse No. 24). Viele ihrer kleinen Teile konnten als Ersatzteile anderer Lokomotiven benutzt werden. Nachdem die Reste vom Kessel weggeschafft wurden, konnte erkannt werden, dass sich diese in einem sehr guten Zustand befanden. Nach nur einer kurzen Zeit der Wiederherstellung und Reparatur konnte dieser wieder in einer Lokomotive No 24 eingebaut werden. 

Aus dem Operationsbericht: Compañía de Ferro Carril de Copiapó (1882): INFORME DE LAS OPERACIONES DEL AÑO 1881 Y MEMORIA de los 30 AÑOS 1852-1881 p. 13 (Museo Regional de Atacama)

Unfälle:

3. Juli 1881: Der "caminero" Zenon Cortez versuchte noch auf den Zug von Chañarcillo bei der Steigung von Pabellón zu springen; doch wegen leichter Trunkenheit fiel er zwischen die Schienen und die Räder der Wagen trennten ihm die Beine ab. Er verstarb einige Tage später.   

Aus dem Operationsbericht: Compañía de Ferro Carril de Copiapó (1882): INFORME DE LAS OPERACIONES DEL AÑO 1881 Y MEMORIA de los 30 AÑOS 1852-1881 p. 15 (Museo Regional de Atacama)




TELEGRAPH (1881):

Man tauschte die Drähte zwischen Pabellón und Chañarcillo und es wurden neue Masten, aus alten Schienen aufgestellt, nun ist die ganze Strecke zwischen Caldera und Chañarcillo funktionsfähig.

1881: Zwischen Caldera und Chañarcillo wurden von der Gesellschaft eine Telegraphenlinie aufgestellt aus Masten aus alten Schienen welche parallel der Strecke verläuft. Der Regierung wurde das Recht eingeräumt zwei Leitungen auf den selben Masten zu befestigen..

Aus dem Operationsbericht: Compañía de Ferro Carril de Copiapó (1882): INFORME DE LAS OPERACIONES DEL AÑO 1881 Y MEMORIA de los 30 AÑOS 1852-1881 p. 14, p. 37 (Museo Regional de Atacama)

Der Text wurde digitalisiert, in ASCII umgewandelt, bearbeitet, übersetzt  und teilweise der aktuellen Rechtschreibung angepasst von Dr. Wolfgang Griem.
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(*Publiziert am 18.5.2005)
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