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Chañarcillo
J.M. Gilliss: Arbeitsbedingungen in Chañarcillo
Bergbau in der Region Atacama

deutsch / español
U. S Naval Astronomical Expedición The southern hemisfere  Liut. J. M. Gilliss: Geschichte der Atacama Wüste - Chile
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Chañarcillo
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Chañarcillo heute

Beschreibung von Domeyko (1840)
Beschreibung von Kunz (1890)

Gilliss:Bergleute in Chañarcillo

Zitate: Geologie von Chañarcillo

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Schlepper und Hauer in den Bergwerken von Chañarcillo in der Region Atacama um 1849-55


Originaltext in englisch von der "
U. S Naval Astronomical Expedición The southern hemisfere  Liut. J. M. Gilliss

.... Im Durchschnitt verdienen die Hauer (Barrerteros) $25 und die Schlepper (Apire) $12 pro Monat, sowie bekommen sie 20 ounces (570g) frisches Brot, 24 Feigen, 16 ounces (450g) gekochte Bohnen und 6 ounces (170g) Weizen täglich. Eigentlich genügend Nahrungsmittel um zwei Männer zu versorgen, die Familien wissen dies stillschweigend. Der Weizen wird entweder mit den Bohnen gekocht, oder mit heissem Wasser überbrüht um die Spelzen abzutrennen. Generell sind es starke, athletische Männer mit breiten Schultern, tiefem Brustkasten und wesentlich muskulöser als die Leute, die im Ackerbau arbeiten. Noch scheinen sie sich bester Gesundheit zu erfreuen, aber eines ist selten, nämlich dass sie älter als 50 Jahre alt werden. Es gibt Bergleute die 70 Jahre erreichen, dass ist aber sehr selten. Schlepper (Apire) sind junge Männer, deren Kräfte noch wenig entwickelt sind, ihr Aufstieg zu Hauern (Barreteros) hängt von ihrer Erfahrung und von ihren Kräften, welche sie durch die praktische Arbeit bekamen, ab. Einigen von ihnen können auf ihren Schultern aus mehr als 120 yards (113m) teufe Säcke mit Gesteinen von 150 bis 375 pounds (68 Kg bis 170kg) heraufbringen, ja man kannte sogar einen, der nicht weniger als 425 pounds (193 kg) aus dem tiefen, unwegsamen Schacht heraufbringen konnte. Es ist recht schmerzhaft diese halbnackten Gefährten mit dieser Last aus der Mine herauskommen zu sehen. Mit einer verzerrten Körperhaltung, starrenden Augen und der Schweiß tropft von jedem durch die Kräfte angespannten Muskel, wenn er an die frische Luft stolpert, sein markerschütterndes schrilles tiefes, dröhnendes Atmen sagt mehr als alle körperlichen sichtbaren Anstrengungen. Aber wenn du deinen Blick von dem Mann zu seinen – hier am Tageslicht - zu den zu Boden geworfenen Schätzen wendest, hat er seine Schweißtropfen vom Arm weggewischt und Mengen vom nahestehenden Wasser getrunken, und du kannst vielleicht noch schnell einen Blick auf sein Gesicht werfen, da er schon für die nächste Fuhre hinabsteigt und sehr wahrscheinlich stimmt er dabei eine Strophe eines etwas anstößigen Liedes an. Außer dass er nur ein kurzes Leben hat, wurde auch festgestellt, dass er weniger Kinder als ein Landsmann hat, der einer anderen Beschäftigung nachgeht.  Eine Tatsache die nicht auf seine Untreue oder ähnliche Gründe zurückzuführen ist, nachdem er seine Arbeitszeit abgeleistet hat und aus der Grube ausfährt. Der Wertlose oder wenig nützliche Arbeiter wird bei Krankheit sofort entlassen, einem tüchtigen Arbeiter jedoch wird nur der Lohn und das Essen gekürzt  bis er seinen Dienst wieder aufnehmen kann.

Ärzte oder Chirurgen gibt es nicht, und das einzige Wissen der Heilungskunst, ist welches der Verwalter der Mine durch seine Erfahrung sich angeeignet hat, und welches durch die „medicos" die man in jedem unbewohnten Ort finden kann, durchgeführt wird. Falls der Erzgang in dem sie Arbeiten die ersten Symptome der Erschöpfung zeigt - dieses haben sie von Kind auf gelernt sofort zu erkennen -  kündigen viele ihre Stellung zum Monatsende um an einer reicheren Mine anzufangen, dort haben sie dann auch mehr Möglichkeiten reichere Erze zu stehlen.

"U. S Naval Astronomical Expedición; The southern hemisfere: The Years 1849-50-51-52  - Liut. J. M. Gilliss, p. 258-259
Sammlung Museo Regional de Atacama

Gilliss nennt den Lohn (25$ bzw. 12$) der Bergarbeiter und beschreibt auch deren gesundheitlichen Probleme:

"Außer dass er nur ein kurzes Leben hat, wurde auch festgestellt, dass er weniger Kinder hat als ein Landsmann"

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Auch wird auf die Problematik des Raubes von Erzen eingegangen und generell den Bergleuten vorgeworfen nur Erze klauen zu wollen:

 "....kündigen ihre Stellung zum Ende des Monats um an einer reicheren Mine anzufangen, dort haben sie mehr Möglichkeiten reichere Erze zu stehlen."

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Die Bergleute mussten das Erz teilweise zu Fuß aus den tiefen Schächten  bringen.
Treutler beschreibt in Tres Puntas:
"...einem Ledersack, in welchen sie 1 1/2 Zentner (75Kg) Erz trugen."
Gilliss nennt 68 kg bis 170 Kg:

"Einigen von ihnen können auf ihre Schultern von über 120 yards (113m) teufe Säcke mit Gesteinen von 150 bis 375 pounds (68 Kg bis 170kg) heraufbringen, man kannte einen, der nicht weniger als 425 pounds (193 kg) aus dem tiefen, unwegsamen Schacht heraufbringen konnte."

Mehr über das Leben der Bergleute in der Atacama-Region kann man erfahren bei:
- Treutler in Tres Puntas

- Brief eines Bergmanns aus Cornwall an seine Eltern

Einige Einheiten:

1 yard = 0,914m
1pound = 453,592g
(1 ounce = 28,35g)


Historische Beschreibung von Chañarcillo:

>> Domeyko (1840)

Der Originaltext wurde nach ASCII umgewandelt, editiert, übersetzt  und teilweise der aktuellen Rechtschreibung angepasst,  physikalische Einheiten wurden umgeformt von  Dr. Wolfgang Griem
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© Dr. Wolfgang Griem; Dozent an der Universidad de Atacama: Kontakt & Mail
(*Publiziert: 22.11.2004
)
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