GeoVirtual Geschichte der Region Atacama (Chile)
R.A. Philippi:

Die Geschichte von "Tres Puntas"
Museo Virtual
W.Griem (2006)

deutsch  / español

Originaltext von R. A. Philippi (1860) - aus dem spanischen übersetzt:

Geschichte von Tres Puntas nach Philippi (1860):

Die Minen von Tres Puntas wurden im September 1848 wie folgt entdeckt: Wie mir einige Personen mitteilten, dass ein Fuhrmann namens Osorio der auf seinen Reisen zwischen Puerto Flamenco und Copiapó immer mit sehr schönen Silbermineralen aufsehen erregte, die er in Copiapó verkaufen wollte und immer angab von Irgend jemanden als Geschenk bekommen zu haben. Viele Leute vermuteten, dass er eine reiche Mine entdeckt hatte wo er diese schönen Silberstufen herausholte, aber niemand konnte ihn zum reden bringen, bis eines Tages am 18. September (Nationalfeiertag von Chile) er wohl zu viel Alkohol getrunken hatte und sein Geheimnis preis gab, dass er eine Reiche Grube in den Bergen von Tres Puntas gefunden hatte. Da er wohl eine sehr genaue Ortsbeschreibung abgegeben hatte und die Herren D. Vicente Garin, D. Mateo Pérez sowie einige andere Personen diese Mitteilungen hörten, begaben sie sich bald auf den Weg um diese Fundstelle für sich zu beanspruchen. Das Glück wollte es das die Herren am gleichen Tage in Tres Puntas fündig wurden, der Herr Garín welcher von Copiapó aufbrach fand die "Buena Esperanza", die anderen, welche von Puerto Flamenco aufbrachen, speziell Herr Pérez stieß auf die „Al fin Hallada", dessen Mitstreiter den " Manto de S. José".
Darum wurde sofort ein Rechtsstreit eröffnet, um zu wissen welches der wirkliche erste entdeckte Erzgang in diesem Revier war. Ein Rechtsstreit von großer Wichtigkeit, da der Erstentdecker einer neuen Lagerstätte das Recht besitzt auf zwei Gebieten die Schürfrechte zu bekommen, während die weiteren Entdecker anderer Gänge in der selben Lagerstätte nur eine Grabungsgenehmigung bekommen. (Eine Grabungsgenehmigung umfasst 200 Varas im Streichen des Ganges) Das Gerichtsurteil ging zu Gunsten an den Manto de S. José, welcher aber schon schnell nur noch taubes Gestein lieferte, während die anderen beiden Gänge noch große Gewinne abwarfen. Viele Menschen, welche die Nachrichten der Entdeckung dieser reichen Silberminen hörten kamen nach Tres Puntas um selbst hier ein Bergwerk zu eröffnen. So wurde wie durch einen Zauber diese Ortschaft inmitten der trockensten Wüste, die man sich vorstellen kann mit 4000 Seelen geboren und ein „camino carril" (Eisenbahnähnlicher Fahrweg) verband den Ort mit Copiapó. Aber von den unzähligen Bergwerken die dort arbeiteten, insgesamt nicht mehr als drei gaben einen sehr satten Gewinn ab – die „Buena Esperanza", die „Fin Hallada" und die „Salvadora". Einige weitere wie die „Pilar", „San Rafael", „die Cobriza" und einige andere konnten auch leichte Gewinne erwirtschaften, aber der Grossteil der Bergwerke zeigte nicht eine Spur von Silber und wird es wahrscheinlich auch nimmer zeigen.



Der Text wurde digitalisiert, in ASCII umgewandelt, übersetzt, bearbeitet und teilweise der aktuellen Rechtschreibung angepasst von Dr. Wolfgang Griem - Kürzungen vorbehalten.

 

Karte von Tres Puntas

Aus R.A. Philippi (1856)

 

Ansicht von Tres Puntas - Philippi

Aus  Philippi (1860)

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Tres Puntas
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Paul Treutler in Tres Puntas (1852)
Im Bergwerk (Bild von P. Treutler)  
Philippi über Tres Puntas (1856)

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PHILIPPI, RODULFO AMANDO (1860): Viage al Desierto de Atacama, hecho de orden del gobierno de Chile en el verano 1853-54.- 236 +6 p. 25 tablas; 7 perfiles Halle Sajonia, Librería Eduardo Anton

Mina Tres Puntas heute       Vergnügungslokal in Tres Puntas (Bild von P. Treutler)
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