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Geschichte der Region Atacama (Chile) Rodulfo Philippi: Fahrt mit der Eisenbahn von von Caldera nach Copiapó um 1853 |
Museo
Virtual W.Griem (2004) deutsch / español |
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Originaltext Die ersten 8 englischen Meilen (12,9 km) besteht der Boden aus Sand, stellenweise mit zahllosen Muscheln besät," zum Beweis, dass in früheren Zeiten hier Meeresboden war. Zahlreiche niedrige Pflanzen wuchsen in diesem scheinbar ganz dürren Sande und erfreuten das Auge mit ihren goldgelben, himmelblauen und dunkelroten Blumen, aber weit und breit war nicht der kleinste Strauch, geschweige denn Baum, noch eine Spur menschlicher Betriebsamkeit zu sehen. Eine große Menge Käfer liefen umher und lagen zum Teil in den kleinen Vertiefungen am Wege. Der reiche Blumenflor dieses Jahres war eine Folge des reichen Regens, der diesen Winter in der Provinz gefallen war; man hatte nämlich zwei große und einen kleinen Schauer gehabt, während in manchen Jahren nur ein einziger Regenschauer fällt. Das zweite Viertel des Weges ist der Boden tonig und mit weißen Salzeffloreszenzen bedeckt. Die Vegetation war demzufolge ganz verschieden. Sie bestand aus Juncus, aus Atriplex- und Salicorniaarten, wenn ich diese beim raschen Fahren der Eisenbahn richtig erkannt habe. In der Nähe der Station Monte Amagro sah ich die ersten Chañarbäume (Gourliea chilensis Clos), nach welchen so viele Orte Chañaral heißen, und in der Ferne zeigten sich die ersten Pappeln sowie weidendes Vieh. Die Eisenbahn gelangt allmählich in das breite Tal des Flusses von Copiapó. Der Boden erscheint sumpfig, mit Gras und Binsen bedeckt, hie und da ist Rohr, aber herrschend ist die Brea (>Brea) (Tessaria absinthioides DC.) mit ihren grauen, länglichen, gesägten Blättern und rosenroten Blüten und die Chilquilla. So heißen mehrere Baccharisarten mit weidenähnlichen Blättern, welche in Chile an allen Bächen und auf sumpfigen Stellen wachsen und ohne die Blüten leicht für Weiden genommen werden könnten. Späterhin erschienen Espinos (Acacia Cavenia) und Channares; immer häufiger werden umzäunte Stellen, größtenteils mit Alfalfa (Luzerne) bepflanzt, lombardische Pappeln und Salix Humboldtiana W., welche ganz denselben pyramidalischen Wuchs hat; man sieht einzelne, oft sehr saubere Landhäuser und freut sich, aus dem Bereich der Wüste in kultiviertes Land gekommen zu sein. Die Berge rücken näher aneinander und berühren an einzelnen Stellen beinah die Eisenbahn, wie bei Pietra Colgada (Piedra Colgada), so dass man sie genau beobachten kann. Man kann sich nichts Traurigeres denken als diese Berge: Es sind graue, abgerundete Kuppen mit einzelnen herablaufenden zackigen Gräten, am Fuß und in den Vertiefungen zwischen den Gräten mit Geröll und Sand bedeckt, ohne alle . Vegetation. Nicht einmal ein Kaktus ist zu erblicken. Desto fruchtbarer ist das Tal, soweit es regelmäßig bewässert werden kann. In den Gärten sieht man besonders Pfirsich, Feigen, Weintraubenreben, Quitten, auch wohl Pflaumen und Birnen, aber keine Äpfel; auch die Kirschen sollen nicht fortkommen, wenigstens ganz geschmacklos sein. Ebenso gedeihen die Orangen und Zitronen nicht recht. Melonen und Wassermelonen gedeihen ausgezeichnet sowie alles Gemüse; der chilenischen Erdbeere ist es aber viel zu heiß in Copiapó; das Dutzend derselben kostete 4 Reales = 20 Silbergroschen. Häufig findet man überall den Floripondio (Datura arborea), 12 bis 15 Fuß hoch, dessen. Riesenglocken mit ihrem balsamischen Duft weithin die Lüfte erfüllen. Es mochte etwa 12 Uhr sein,
als wir in Copiapó eintrafen. Am Bahnhof warteten Fiaker auf die kommenden
Reisenden, und Karren, mit Mauleseln bespannt, standen bereit, den Transport
der Waren und Güter zu besorgen...... Der Text wurde
digitalisiert, in ASCII umgewandelt, bearbeitet, und teilweise der aktuellen
Rechtschreibung angepasst von Dr. Wolfgang Griem.
1 englische Meile = 1609m |
1 Philippi erwähnt die mangelhafte Ausnutzung der Züge in normalen Tagen. Dies kann durch spätere Statistiken erhärtet werden: So stiegen statistisch gesehen im Jahre 1881 jeden Tag 24 Passagiere in Caldera ein (1).
--------- Philippi beschreibt hier die Beobachtung, dass junge Meeresablagerungen gehoben wurden. (Vergleiche auch DARWIN)
---------
Auch Philippi hatte noch das Glück die blühende Wüste zu sehen, da es in den
Jahren 1851 und 1855 stark regnete (>Klima)
--------- Auch heute kann man noch
erkennen (und viele Leute erinnern sich auch noch), das die Uferbereiche
des Copiapó-Flusses teilweise einen Sumpf bilden. Heute jedoch sind diese
Sümpfe größtenteils verschwunden.
--------- Fast alle der Reisenden in dieser Zeit benutzen doch diese sehr subjektive Landschaftsschilderung.
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Inhalt Eisenbahnseiten |
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1) De: Compañia de Ferro Carril de Copiapó (1882): INFORME DE LAS OPERACIONES DEL AÑO 1881 Y MEMORIA de los 30 AÑOS 1852-1881 p. 54.-57 (Museo Regional de Atacama) PHILIPPI, RUDOLPH AMANDUS (1860): REISE DURCH DIE WUESTE ATACAMA AUF BEFEHL DER CHILENISCHEN REGIERUNG IM SOMER 1853-54 UNTERNOMMEN UND BESCHRIEBEN. VON DR... NEBST EINER KARTE UND XXVII TAFELN HALLE Eduard Anton 1860 |
Beschreibung der Strecke
Caldera - Copiapó |
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Philippi

Dr. Wolfgang Griem, Dozent an der Universidad de Atacama (Copiapó, Chile):
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(*Publiziert am 15.12. 2006)
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