Eisenbahn en in Atacama
(Chile)

Strecke: Copiapó -Puquios
Historischer Text: Kunz 1890

Geplante Strecke nach Argentinien
1  |  2  |  Andenüberquerung nach:  Kunz  |  Bertrand  |   Espinoza

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W.Griem  (1999-2003)

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Projektierte Eisenbahn -Andenüberquerung in der Region Atacama

 

Diese Trasse wurde nie realisiert. Die Strecke endete für immer in Puquios. Andere Strecken der Region drangen etwas weiter in die Kordillere ein, wie z.B. die von Potrerillos.

Natürlich hätte eine Verwirklichung dieser Verbindung einen starken wirtschaftlichen Impuls auf die Region ausgeübt.

KUNZ (1890) führt noch einen anderen Punkt an - die verstärkten Prospektions- und Bergbaumöglichkeiten in der Hochkordillere in einer recht frühen Phase. Durch die Nicht-Realisierung des Projektes wurden die ersten großen bergbaulichen Aktivitäten in der Kordillere in diesem Bereich erst am Anfang der achtziger Jahre unternommen. 

Einige Argumente im Text von Kunz gelten bis heute. So wird eine mögliche schnelle Andenverbindung schnell mit Konkurrenz zu argentinischen Produkten ins Spiel gebracht.

Siehe hier auch die Meinungen von:
Bertrand  und  Espinoza

 

 

KUNZ, 1890:
Originaltext:

....Trotzdem ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass in Zukunft die Verhältnisse sich dauernd zu Gunsten Calderas verändern. Es wäre dies für den Fall der endlichen Durchführung der seit 40 Jahren geplanten Verlängerung der Caldera-Copiapó-Bahn über den Andenpass von San Francisco nach der argentinischen Provinz Catamarca, woselbst von Chumbicha aus über Córdoba, Santa Fé und Rosario die Eisenbahnverbindung mit Buenos Aires bereits seit Jahren besteht, Herr Wheelwright hat bereits im Jahre 1850, zur Zeit des ersten Spatenstiches an der Caldera-bahn, zu Gunsten dieses ersten transandinischen Eisenbahnprojektes agitiert; im Jahre 1870 machten die energischen Anstrengungen des Ingenieurs San Roman zur Realisierung des Wheelwright'schen Planes dem damals lautgewordenen Clark'schen Projekte (via Uspallata) in bedenklicher Weise Konkurrenz, und hätte sich in jener Zeit das Interesse für eine Eisenbahn-Überkletterung der Anden zersplittern lassen, so wurde Herr Clark mit dem Baue seiner Linie, welche ohne Zweifel die wichtigere ist sicher erst viel später haben beginnen können. Etwa i. J. 1873 ward das Projekt einstweilen bei Seite gelegt. Die folgende Zeit war für größere Unternehmungen sehr ungeeignet, speziell ungeeignet für den Bau einer internationalen Verbindungsbahn zwischen Chile und Argentinien, die sieh damals wegen ihrer Grenzen in den Haaren lagen. Dann folgte der Krieg mit Bolivien und Peru und seine Nachwehen. Jetzt, da man sich an diese Nachwehen gewöhnt, teilweise sie wohl auch überwunden hat, da eine ausgesprochene Neigung für Eisenbahnbau in Chile eingerissen ist, die aber nicht ganz sicher vor Ausartung sein dürfte — ist es am Ende natürlich wenn das Projekt wieder ans Licht gezogen wurde. Den formellen Anstoß haben diesmal argentinische Eisenbahnunternehmer (Empresa Carranza in Buenos Aires) gegeben; sie haben sich an das Direktorium der Caldera-Copiapó-Bahn gewandt; dasselbe ist sicher mit Recht dem Unternehmen geneigt, da eine Bahn," deren Dividenden bereits seit dem Jahre 1884 auf 5% gesunken sind, zweifelsohne als Fortsetzung der "Andenbahn" etwas oder viel dadurch gewinnen wird. Das Direktorium seinerseits hat sich um Befürwortung bei der Regierung (natürlich handelt es sich auch hier um staatliche Zinsgarantie des Baukapitals) an den Intendenten gewandt. Dieser endlich hat der Regierung die Sache dringend als das Desideratum der Provinz ans Herz gelegt.

Sollte die Ausführung dieses Projektes eine vollendete Tatsache werden, so würde hinsichtlich der Ausführung der Landesproducte von Nordwest-Argentinien Caldera in Zukunft der Konkurrenzhafen von Valparaíso werden, und zu gleicher Zeit würde es möglich sein, große Kupfer- und Silberminen zu bearbeiten, die eben jetzt der Unkosten wegen sich außer Betrieb befinden. Bis dahin concentrirt sich der Handelsverkehr zwischen Chile und den Cuyoprovinzen via Mendoza nach Valparaíso. Indes stellt zu befürchten, dass der Einfluss der Haciendados in den Kammern unter Geltendmachung strategischer Bedenken, die Bahn könnte im Hinblick auf die guten, breiten Pässe im Kriegsfalle das Einfallstor der Argentinier sein, die Annahme des Projektes hintertreiben wird.

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Kunz, Hugo (1890): Chile und die deutschen Kolonien. - 634 Seiten: Commisonsverlag Julius Klinkhard, Leipzig
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(*Publiziert 22.11.2004)
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