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Geschichte der Region Atacama (Chile)

Paul Treutler: Puerto de Caldera (1852)

Museo Virtual, Chile
W. Griem, 2006 - 2018
Caldera - de Reclus
Carta de Caldera de Espinoza 1895


 

 Literatur: Caldera um 1852

deutsch / español / english

Paul Treutler um 1852 in Caldera: Beschreibung des Hafens von Caldera

Der Hafen von Caldera liegt 27° 5' 20" s. B. und 70° 56 w. L. und wurde infolge eines Gesetzes vom 21. Dezember 1850 angelegt.
Hätte ich nicht so zuverlässige Nachrichten über den so großen Mineralreichtum dieser Provinz besessen, die nun mein Wirkungskreis und meine Heimat werden sollte, und wäre ich nicht von dem heißen Wunsche beseelt und der Aussicht versichert gewesen, in kurzer Zeit ein bedeutendes Vermögen zu erwerben, so würde mich der Anblick, der sich mir hier darbot, wahrlich um so mehr entmutigt haben, als mir meine Fantasie in Europa die herrlichsten Bilder von den Gegenden vorgespiegelt hatte, die ich hier an den Ufern des Stillen Ozeans bewohnen und bereisen würde. Wohin mein Auge sich rings um den großen Hafen auch wandte, sah ich nichts als die ödesten Sandflächen, die sich meilenweit bis an den Horizont hinzogen, an welchem sich graue kahle Felsgebirge auftürmten. Nirgends war auch nur eine Spur von Vegetation zu sehen und nur am Ufer bekundete ein größeres Gebäude, mehrere kleinere Häuser und elende Hütten, dass lebende Wesen in dieser Wüste sich befanden.

Den Unterschied des Klimas merkte man sofort daran, dass alle Bewohner dieses Hafens bedeutend brauner waren, als die von Valparaíso. Als wir glücklich gelandet und in dem fast fußtiefen, brennenden Sande einige 100 Schritt bei der glühendsten Sonnenhitze nach einem kleinen Wirtshaus gewatet waren, erhielten wir einen zweiten Beweis der klimatischen Veränderung, indem wir förmlich in Schweiß gebadet wurden. Dies konnte ebenfalls durchaus nicht erbauend auf mich wirken. Da ich viele Koffer besaß, war ich einer der Letzten, der in diesem so genannten Hotel anlangte. Ich erfuhr nun, dass kein Zimmer, ja selbst kein Winkel mehr frei war, wo man sich vor den brennenden Sonnenstrahlen hätte schützen können und war ich gezwungen, mich mit meinen Koffern mitten im Sande niederzulassen. Dieses Schicksal teilten übrigens ganze Familien mit mir, die sich durch übereinander gesetzte Koffer, über welche Tücher gespannt wurden, Schatten verschafften.

Ich engagierte dann einen Wächter für mein Gepäck und begab mich nach dem Speisesaal, in welchem alle halbe Stunden, man konnte sagen zur Abfütterung geläutet wurde. Diejenigen, welche gefrühstückt hatten, mussten nämlich ihre Plätze sofort wieder verlassen, um den noch nüchtern ankommenden Platz zu machen. Als ich mir einen Stuhl erkämpft hatte, verlangte ich zunächst Wasser, um meinen brennenden Durst einigermaßen zu löschen. Man brachte mir fast reines Salzwasser, welches durchaus ungenießbar war. Der gebratene Fisch, der nun serviert wurde, war nicht frisch, das Fleisch roch, und der Kaffee, der mit dem Salzwasser gekocht war, ungenießbar, sodass ich von dem ganzen Frühstück, welches pro Mann zwei Peso kostete, nichts genoss und bald Anderen Platz machte, die vielleicht einen besseren Magen hatten. Kaum war diese Abfütterung vorüber, so wurde schleunigst der Tisch abgeräumt und Bank auf ihm gelegt und währte dann das Spiel bis zur Abfahrt.

Copiapó, das Ziel meiner Reise, lag 12 1/2   deutsche Meilen [92,7 km] (1) von hier in nordöstlicher Richtung im Innern des Landes und war bereits mit diesem öden Ort Caldera durch eine Eisenbahn verbunden, welche seit einigen Wochen als die Erste in Südamerika dem Betriebe übergeben war (2). Leider existierte noch kein Bahnhof (3), wo man gegen die Sonne hätte Schutz finden können, und da der nächste Zug erst Nachmittags abgehen sollte, waren wir verurteilt, an sieben Stunden hier zu schmachten und zu braten.
Ungewohnt dieser wahrhaft tropischen Hitze, kehrte ich nach dem Meeresstrand zurück, wo mich wenigstens eine frische Brise erquickte, und da ich weiterhin einige Klippen entdeckte, eilte ich Schatten suchend dahin. Ich fand einen Platz, wo eine kleine Grotte mir Gelegenheit verschaffte, mich in den Wellen des Ozeans, welche bis in diese eindrangen, zu erfrischen. Schöner Sand bedeckte den Grund des seichten Wassers . . . . .

 

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Literatur:
• ESPINOZA, ENRIQUE (1895):
Jeografía Descriptiva de la República de Chile - Arreglada.- Universidad de Chile, Facultad de Filosofía y Humanidades; quinta edición; Santiago de Chile. (Sammlung W. Griem)
• TREUTLER, PAUL (1882)
: Fünfzehn Jahre in Südamerika an de Ufern des Stillen Ozeans. - 3 Bd., 236 Seiten; Weltpostverlag, Leipzig. (Sammlung W. Griem)
• RECLUS, E. (1895):
Nouvelle Geographie Universelle - La tierra et les Hommes.- XVIII Amerique du sud - les regiones Andines; Paris 1895. (Colección Biblioteca Museo Regional de Atacama)

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Dr. Wolfgang Griem, Chile
Publiziert: 11.2. 2006; Aktualisiert: 24.1.2016, 7.5.2017, 11.8.2018
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