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Geschichte der Region Atacama (Chile): Der Bergbau

R.A. Philippi: Der Ort "Tres Puntas" (2)

Bergbau in Atacama
W. Griem, 2006, 2017
Karte von Tres Puntas in der Atacama-Wüste Tres Puntas in der Atacama-Wüste, Chile nach Philippi


 

 Literatur über Tres Puntas: 1860

español / deutsch

Text Original von R.A. Philippi (1860), Tres Puntas: Philippi beschreibt den Ort Tres Puntas, in speziell die geographische Lage und seine Bewohner.

Tres Puntas

Später erreichten wir den "Portezuelo" (2022 m Höhe) und konnten den Abhang nach Süden überblicken, den gegenüberliegenden Berghang und hauptsächlich eine kleine Ebene voll besetzt mit Betrieben, Schachtwinden, einer großen Anzahl an Halden und Häusern. Die „Placilla" oder den Ort erkennt man inmitten von Stollenmundlöchern, Winden und Halden und trägt den offiziellen Namen „Pueblo de Inca", was ich aber niemals hier gehört habe, hier wird der Ort nur „Tres Puntas" oder „Placilla" genannt. Seine Höhe beträgt nach den Eisenbahningenieuren 1970,50 Meter, nach der Messung des Siedepunktes von Wasser 1934 Meter und nach meinem Barometer (Aneroide) nur 1830 Meter. Nach den eben genannten Ingenieuren beträgt die Höhe der höchsten Berge Tres Puntas 6993 englische Fuß.

Der Ort hat ungefähr 4000 Einwohner, und die Straßen sind regulär in der Nähe der Plaza. Es gibt einige sehr schöne Häuser, wenn auch in einer sehr leichten Bauweise errichtet. Die Stützen und Balken sind aus sehr leichtem Holz gefertigt, die Wände aus Guayaquil-Rohr oder sogar nur aus Segeltuch, Baumwollgewebe oder Schilfmatten. Aber dadurch versteht man, warum in diesem Orte schon vier doch größere Brände in relativ kurzer Zeit gewütet haben. Auf mich hat dies alles einen sehr traurigen Eindruck gemacht, da auch die besseren Häuser nur für eine Lebensdauer von einigen Monaten berechnet worden zu sein scheinen. Dazu kommt, noch dass alle Zufahrtswege zum Ort durch eine große Anzahl an toten Maultieren, Eseln und deren Skelette übersät sind: Schädel und Füsse von Ochsen aber auch zerlumpte Hemden, Hosen, Jacken uns sogar Unterröcke. etc. Das ist ganz normal, da dass Waschen der Wäsche ausgesprochen teuer ist, ziehen viele Menschen es vor die Kleidungsstücke bis sie verschlissen sind zu tragen um sie dann einfach Wegzuwerfen anstatt sie zu waschen. Ich muss nicht noch unbedingt betonen, dass es eine Vielzahl von Geschäften, Speisewirtschaften und Kramläden usw. in diesem Orte gibt.
Der Hunger nach Gold oder besser nach Silber ,,auri sacra fames" hat es bis jetzt noch nicht zugelassen eine, und wenn auch kleine Kapelle zu errichten, um die Gemeinschaft an ihre Pflicht zu erinnern dem obersten Wesen seine Ehrfurcht zu erteilen; man stirbt hier, ohne die letzten Sakramente zu empfangen, es existiert nicht einmal ein sicherer Friedhof auf dem die sterblichen Überreste in Frieden ruhen können, ohne in Gefahr zu sein von streunenden Hunden ausgegraben und heruntergeschlungen zu werden.
Nachdem wir im Café auf der Plaza gegessen hatten nahmen wir, Herr Döll und ich, mit Freude die Einladung von Herrn Schnakenberg aus Kassel an, unseren Aufenthalt in Tres Puntas im seinem Hause und mit ihm zu verbringen. Dieser Herr war der Verwalter des Bergwerkes „Germania" und einiger anderen Minen. Sein Haus stand direkt neben der selbiger Mine und von ihm selbst errichtet worden. Das Baumaterial der Mauern stammte aus dem Schacht, die Grundmauern waren aus Lehm gefertigt, was ein sehr großer Luxus hier ist, da ein „barril" (Tonne) Wasser einen halben Peso kostet. Das Dach ist aus Schilfmatten gefertigt, was nicht total den Lichteintritt verhindert und wenn es regnet oder schneit, was es aber nicht häufig vorkommt, muss in dem Raum der Regenschirm benutzt werden. Die Mauern haben nur eine Höhe von zwei Metern und sind mit einem Leinentuch bespannt. Es gibt keine Fenster, dass Licht kommt nur durch die Tür. Ein Holzrahmen mit Leinentuch bespannt trennt ein Zimmer von dem Raum, das als Schlafzimmer und Ruhezimmer dient. Es gab normale Möbel und einige Bilder zierten die Wände. Nur wenige Bergwerksverwalter haben hier ein so elegantes und schönes Haus. Ein weiteres Nebengebäude dient als Küche und Schlafraum für die Bergarbeiter.

 

Literatur
PHILIPPI, RODULFO AMANDO (1860): Viage al Desierto de Atacama, hecho de orden del gobierno de Chile en el verano 1853-54.- 236 +6 p. 25 tablas; 7 perfiles Halle Sajonia, Librería Eduardo Anton
Der Text wurde digitalisiert, in ASCII umgewandelt, übersetzt, bearbeitet und teilweise der aktuellen Rechtschreibung angepasst von Dr. Wolfgang Griem - Kürzungen vorbehalten.

Zeichnung von Philippi - Tres Puntas en la Región de Atacama, Chile
Figur von Tres Puntas nach Philippi  - Siehe Figur total (Sektion historische Bilder aus Atacama und Chile)

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Publiziert: 11.2. 2006; Aktualisiert: 15.1.2016, 13.5.2017, 14.7.2018
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