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Geschichte der Atacama Region, Chile

Hugo Kunz in Copiapó (1890)

Museo Virtual, Atacama
W. Griem, 2005 - 2018

 

 Literatur: Copiapó en 1890

español / deutsch / english

Hugo Kunz veröffentlichte 1890 eine Zusammenfassung der Geschichte von Copiapió - eine kleine Beschreibung der Stadt in der Atacama Wüste.
Original Text:
Seite 414 - 416

Die im Jahre 1772 von Jose Manzo am Flusse gleichen Namens, 396 Meter über Meereshöhe gegründete Stadt Copiapó, seit Dezember 1851 mit dem 82 Kilometer entfernten Hafen Caldera durch eine Eisenbahn verbunden, ist der Mittelpunkt des Silber- und Kupferbergbaues der Provinz Atacama.

Die Stadt macht im erfreulichen Gegensatze zu Caldera, dank ihrer durch üppigste Vegetation begünstigten Lage mit ihren stattlichen Kirchen, geschmackvollen, teils zweistöckigen Häusern, ihren schönen Privatgärten und mit Statuen geschmückten öffentlichen Plätzen, den Eindruck der Wohlhabenheit und einer gewissen Eleganz. Die Stadt besitzt ein hübsch gebautes Theater, ein Lyceum, Bergakademie. Gasbeleuchtung, ist Eisenbahn-, Post-, Telegraphen-Station und Sitz eines kaiserlich Deutschen Konsulates.

Copiapó verdankt seinen Weltruf dem im Jahre 1832 10 Meilen entfernt entdeckten berühmten Silberminerale von Chañarcillo.
(...)
Mehr noch ist Copiapó in Folge des Niedergangs der Kupferindustrie zurückgegangen. Nur eine in englischem Besitz befindliche Kupfermine (Dulcinea), in der Nähe von Puquios, wird noch mit Erfolg ausgebeutet.

(...)
Anfang der sechziger Jahre gab es in Copiapó drei Bankgeschäfte Edwards. Ossa Escobar und Gormaz. Letzteres liquidirte bald. Zu den zwei bleibenden gesellte sich dann eins von nur sehr ephemerer Dauer das von C. Lamarca, nach dessen Abgang in der durch den Charakter ihrer Industrie mehr als andere der Geldinstitute bedürfenden Provinz Atacama zwei Jahrzehnte hindurch die Banken von Edwards und Escobar die Geldgeschäfte unter sich teilten. Der Kupferschmelzwerke gab es (neben anderen in Chañaral etc.) in der Provinz sechs größere: in Nantoco das Escobar'sche, in Tierra Amarilla das Edwards'sche, die anderen vier in Caldera. Der Silberbenefiziranstalten (Amalgamationswerke) gab es eine noch größere Anzahl, deren Produkte zum größten Teile von den genannten zwei Bankgeschäften übernommen wurden.

Die siebziger Jahre wurden schon von drei der Kupferschmelzen in Caldera nicht mehr erlebt. Von dieser Zeit an trat der Stillstand und stellenweise Rückschritt in Industrie und Handel allgemein zu Tage, wie an den Dividenden der Copiapó-Eisenbahn, in denen sich die Prosperität ziemlich getreu abgespiegelt, ersichtlich ist. Die 12%, auf welche dieselben normiert gewesen zu sein schienen, schrumpften bedenklich ein, — und dass sie sich noch einigermaßen hielten, ist wohl nur dem Umstände zu danken, dass das Maestranzadepartement der Bahn von Jahr zu Jahr mehr durch Übernahme von Arbeiten für das Publikum des Nordens zu einer ergiebigen Einnahme- und Verdienstvolle gemacht worden ist.

In den achtziger Jahren sprach man von der Blüte der Provinz meistens nur noch wie von einer Tradition. Mit der Seide, welche die beiden Geldinstitute in der Vergangenheit gesponnen hatten, ging es stark zu Ende. Sie reichte für zwei nicht mehr aus — höchstens für eins — selbstverständlich für das, welches, wie man sagt, es am längsten aushalten konnte. So geschah es, dass das Escobar'sche die Fahne einzog und dass das Edwards'sche allein als Matador, gewissermaßen als unumschränkter Alleinherrscher — denn dazu wird bei kritischen Zeitläufen ja der Inhaber des Geldmonopols, besonders in Industriedistricten auf dem Platze blieb.

Dieser Lage der Dinge soll jetzt ein Ende gemacht werden, nicht gerade weil ein neuer, besonders bemerkbarer Aufschwung der danieder liegenden Industrie eingetreten ist und sich das Wirkungsfeld für Geld Institute wieder derart erweitert hat, dass das Edwards'sche für den Verkehr materiell ungenügend geworden wäre, sondern weil die Art wie letzteres sein Monopol gehandhabt hat dasselbe ziemlich allgemein sei unbeliebt gemacht zu haben scheint.  ....

 

Copiapo, calle Atacama
Straße in Copiapó.


Literatur


Kunz, Hugo (1890): Chile und die deutschen Kolonien. - 634 Seiten: Commisonsverlag Julius Klinkhard, Leipzig - Sammlung Wolfgang Griem

Guía SudAmericana (1910-1912) y General de Chile. - 3ª Edición para 1910 - 1912; Valparaíso (Chile) Sammlung Museo Regional de Atacama)

GILLISS, J.M. (1855): The U.S. Naval Astonomical Expedition to the southern Hemisfere, during the years 1849-50-51-52. - Volume 1 (Chile); Washington A.O.P. Nicholson Printer.
(Sammlung W. Griem)

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Veröffentlicht: 19.02.2007, Aktualisierung: 23.1.2016, 11.2.2017, 11.8.2018
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